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MIKROFONE

AKG Drum Set Big II

AKG - Drum Set Big II

Mikrofonset-Test
Dynamische und Kondensatormikrofone für Drums

Mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis hat AKG das „Big II“ Mikrofonset für Drums auf den Markt gebracht. Das Set ist besonders kompakt und soll ein einfaches Handling und überzeugenden Klang bieten. Wir haben das Set dem Praxistest unterzogen.

 

Testaufbau
Bassdrum: AKG D112
Snare: AKG C518M
3 x Toms: AKG C518M
2 x Overheads: AKG C1000S

 

Video - Big Drum Set 2

 

Hier findet alles seinen Platz in einem Koffer, inklusive den vier Tom / Snare Drum Kabel. 

 

 

Das D112 ist sicherlich das bekannteste Mikrofon in diesem AKG-Set, da es seit Jahrzehnten neben dem Shure Beta 52 zu den populärsten Bassdrum-Mikrofonen gehört. Auch das C1000 erfreut sich im unteren Preissegment großer Beliebtheit: Es gilt als robust, zuverlässig und flexibel. In dem Set enthalten ist ein Paar C1000S zur Verwendung in der Overhead-Position. Interessant sind auch die C518M, die in der aktuellen Version besonders kompakt sind. Gleich vier Stück beinhaltet das Set, sodass wir drei Toms und die Snare damit bestücken.

 

Bassdrum
Wir beginnen mit der Mikrofonierung der Bassdrum. Das D112 gehört zu den Quasi-Standards.  Es hat sich den Ruf eines besonders einfach zu handhabenden und soliden Bassdrum-Mikrofons earbeitet. Es ist auch in der aktuellen Version in der Tat unverwüstlich. Das metallene Ei ist robust und mit dem mitgelieferten Clip einfach und schnell positioniert. Wir richten das Mikrofon auf das Schallloch der Bassdrum und erhalten einen druckvollen und definierten Klang. Der Bassanteil im Signal wird schön konturiert und mit einer schnellen Ansprache abgebildet. Die Mitten werden nicht wie bei anderen speziellen Bassdrum-Mikrofonen stark abgesenkt, was ich für einen Vorteil des D112 halte.

Das Signal bleibt somit für die Nachbearbeitung besonders vielseitig. Der Kickanteil in den oberen Mitten und Höhen des Frequenzspektrums lässt sich sehr gut über die Positionierung des Mikrofons kontrollieren. Selbst extreme Mikrofonierungen im Inneren der Bassdrum, nah am Anschlagpunkt klingen noch immer sauber und definiert. Übersteuern kann man das D112 praktisch nicht. In unserem Aufbau vor dem Schallloch ergibt sich ein ausgewogenes Bild mit viel Druck, weichem aber durchsetzungsstarkem Kick und wenig Übersprechen der anderen Trommeln.


Overheads
Für die Overhead-Position hat AKG zwei C1000S vorgesehen. Das Kleinmembran-Kondensatormikrofon benötigt eine Phantomspeisung. Steht diese mal nicht zur Verfügung, lässt sich das C1000S auch mittels einer einfachen 9 Volt Blockbatterie betreiben. Eine LED zeigt an, wenn sich die Energie der Batterie dem Ende zuneigt. Das Mikrofon bietet einen On-Off-Schalter sowie einen Kunststoffaufsatz, den man nach dem Abschrauben des Mikrofonkorbs auf die Kapsel stecken kann. Dadurch ändert sich die Nierencharakteristik in eine Hypernierencharakteristik. Ein weiterer Kunststoffaufsatz ändert den Frequenzgang zu Gunsten eines breit verstärkten Präsenzbereichs zwischen 5 kHz und 9 kHz, um die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Mit diesen einfachen Mitteln schafft AKG trotz des sehr günstigen Preises eine recht hohe Flexibilität für verschiedene Anwendungsgebiete.

Für unsere Drumaufnahme verwenden wir keinen der Aufsätze und positionieren die Mikrofone in einer Groß-AB-Anordnung über dem Drumkit. Das klangliche Ergebnis der Aufnahme kann sich sehen - oder besser hören lassen: Die C1000S bilden einen insgesamt warmen und natürlichen Grundcharakter ab. Die Detailabbildung der Becken ist gut. Der Höhenanteil ist zurückhaltend aber keinesfalls dumpf. Diese Grundwärme erinnert an gute Großmembranmikrofone. An die feinauflösende Abbildung hochwertiger Kleinmembraner kommen die C1000S aber nicht heran.


Toms
Gespannt sind wir auf die C518M, die besonders kompakt ausfallen. Das C518M ist ein Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik, benötigt also auch eine Phantomspeisung. Mechanisch machen diese Clipmikros einen sehr guten Eindruck. Der Winkel ist über 135 Grad gerastert einstellbar. Die Rasterung in acht Stufen hat einen angenehm hohen Wiederstand. Die Befestigung ist sehr clever vorgeformt und lässt sich praktisch an jedem Rim und Hub sicher und schnell befestigen. Dafür dreht man an einer Schraube, die zwei zupackende Gegenstücke langsam schließt. Die C518M werden mit speziellen Kabeln geliefert: Am Mikrofonende ist das Kabel mit einem Mini-XLR-Stecker ausgerüstet. Das andere Ende liegt standardgemäß als männliche XLR-Buchse an. Im Stecker ist noch ein schaltbarer Lowcut integriert, der bei 100 Hz mit flacher Flankensteilheit greift. Kabel und Stecker machen einen sehr soliden und robusten Eindruck.


Der Klang an den Toms überzeugt uns auf ganzer Linie. Wir sind überrascht, wie gut bereits das unbearbeitete Ergebnis klingt. Die Toms werden sehr natürlich mit großem, runden Bass und tollem Attack abgebildet. Dabei klingt das Ergebnis nie mumpfig im Grundton oder hart im Anschlag. Eine gut gestimmte Tom klingt über die C518M schlichtweg sehr gut. Das Resultat kann nicht nur live sondern auch in der Studioumgebung überzeugen. Der Lowcut ist mit 100 Hz gut gewählt, um eventuelles Dröhnen zu reduzieren. Auch mechanisch kann das Mikrofon in der Praxis überzeugen: Die Kapsel ist weich gelagert und überträgt praktisch kein Rumpeln durch äußere Einflüsse. Als Zubehör liefert AKG verschiedene Kunststoffteile mit, die den Schwanenhals nach der Positionierung stabilisieren - eine einfache und effektive Lösung.


Snare
Auch an der Snare schlägt sich das C518M sehr gut. Kondensatormikrofone neigen auf Grund ihres gegenüber dynamischen Mikrofonen ausgeprägteren Präsenz- und Höhenspektrums gern dazu, den Snareteppich überzubetonen. Da bildet das C518M keine Ausnahme, aber der Höhenbereich klingt angenehm und nicht zu hart. Mit einer leichten nachträglichen Absenkung oberhalb von 8 kHz sowie einem leichten Boost um die 200 Hz erzielen wir ein sattes, punchiges Ergebnis, das man diesem kleinen Mikrofon kaum zutrauen würde.


Fazit
Das AKG Drum Set Big II überzeugt durch eine gut harmonierende Auswahl an bezahlbaren Mikrofonen. Die C518M sind die eigentlichen Highlights, die dieses Set besonders wertvoll machen. Sie können nicht nur live durch eine clevere Mechanik und dadurch unkompliziertes Handling über zeugen, sondern auch im Studio durch einen tollen Klang begeistern.

Preis (UVP): 1499,00 €

www.audio-pro.de